Mit seinen zungenförmigen Wedeln unterscheidet sich der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) ganz deutlich von den anderen heimischen Farnen. Und anders als das gefiederte Laub von Wurmfarn, Frauenfarn & Co überdauern seine Blätter in tiefem Grün den Winter. Daraus resultiert ein ganz besonderer Anblick im Frühjahr, wenn junge frischgrüne Blätter die alten ledrigen Zungen ablösen. Die urtümliche Hirschzunge ist auch in ihren Ansprüchen ein besonderer Farn. Sie bevorzugt kalkhaltige, feuchte und schattige Plätze im Steingarten oder auch unter dem schattigen Schirm von Gehölzen, wo sonst kaum noch eine Staude Wurzeln schlagen möchte. Man kann diesen Farn aber auch gut im Zimmer kultivieren. Dann braucht er einen entsprechend absonnigen Platz, idealerweise hohe Luftfeuchtigkeit und kühle Temperaturen im Winter. Bei einer Pflanzung im Topf ist auf eine gute Drainage aus Kies, Blähton oder ähnlichem Material zu achten, denn Staunässe ist Gift für den Farn.

Fast alle Blütensträucher lassen sich in der laublosen Zeit ganz einfach durch Steckhölzer vermehren. Der Aufwand lohnt sich so richtig, wenn gleich mehrere Pflanzen benötigt werden, beispielsweise für eine Blütenhecke. Das Ausgangsmaterial liefern kräftige einjährige Triebe von gesunden Sträuchern. Schneiden Sie diese Triebe in etwa scherenlange Teilstücke. Achten Sie darauf, dass jedes Steckholz oben und unten mit einer Knospe oder einem Knospenpaar abschließt. Wenn der Boden nicht gefroren ist, kann man die Hölzer gleich an einem schattigen Gartenplatz stecken. Die Erde sollte humos und locker sein und das Teilstück so tief darin versenkt werden, dass nur noch das obere Viertel herausschaut. Angießen nicht vergessen! Im Frühjahr treiben die Hölzer frische Triebe, die Sie dann im Frühsommer etwas stutzen sollten, um die Verzweigung des Strauchs anzuregen. Im Herbst dürfen die Pflanzen dann an ihren endgültigen Standort umziehen. Da bei dieser winterlichen Vermehrungsmethode mit Ausfällen zu rechnen ist, sind immer ein paar mehr Hölzer zu stecken, als benötigt werden.

Der Name ist Programm: Bei der Chinesischen Winterblüte (Chimonathus praecox) erscheinen die cremegelben Blütenglocken mit ihrem purpurnen Zentrum mitten im Winter, bei milder Witterung manchmal schon zu Neujahr. Sie bleiben bis März und versüßen einem die Wartezeit auf den Frühling mit einem wunderbaren Vanilleduft. Wie die meisten Winterblüher braucht dieser exotische Kleinstrauch einen möglichst sonnigen und geschützten Platz. Junge Pflanzen sind in den ersten Jahren dankbar für einen Winterschutz. Tipp: Ein angetriebener Zweig in der Vase beduftet einen ganzen Raum!

Büschelartige, zwergige Auswüchse an Bäumen, die der Volksmund als "Hexenbesen" bezeichnet sind eine Laune der Natur, die man dekorativ zu nutzen weiss. Die Spitzen dieser mutierten Triebe werden entnommen und auf Gehölze der ursprünglichen Art gepfropft. Herauskommen Zwergkoniferen, die mit einem Jahreszuwachs von wenigen Zentimetern das Herz eines jeden Bonsai-Freunds höher schlagen lassen. Sie gedeihen in Schalen und Balkonkästen, lassen sich in Trögen zu kleinen Miniaturlandschaften arrangieren und bereichern jeden Steingarten. Mittlerweile gibt es von fast allen Nadelgehölzen Hexenbesen-Sorten – eine wahre Freude für Sammler! Wer einen Hexenbesen am eigenen Baum erkennt, kann die Veredlung selbst in die Hand nehmen, aber: Es gibt auch Hexenbesen, die von Pilzen oder Viren ausgelöst werden und sich nicht erfolgreich veredeln lassen.

Dahlien kann man kurz vor dem Pflanzen per Knollenteilung vermehren. Eine wesentlich höhere Ausbeute erhält man aber, wenn man im Spätwinter Stecklinge schneidet. Dazu holt man die Knolle aus dem Winterquartier, topft sie so in frische Erde ein, dass der Wurzelhals frei liegt oder nur leicht bedeckt ist, und treibt sie bei mässig warmen Temperaturen zwischen 15 und 20 °C und gleichmäßiger Feuchte an. Sobald die Triebe 2 oder 3 gut entwickelte Blattpaare gebildet haben, sind sie erntereif und man kann sie entweder ausbrechen oder mit einem sauberen Messer an der Basis abschneiden. Die Stecklinge kommen in Schalen mit frischer, feuchter Anzuchterde und werden mit einer Folie abgedeckt, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Nach etwa 14 Tagen haben die Zöglinge eigene Wurzeln gebildet und man kann sie in nahrhafte Erde, z.B. eine Mischung aus gleichen Teilen Reifkompost und Sand, topfen. Gepflanzt wird nach einer Abhärtungsphase frühestens nach den Eisheiligen.

Die ersten Saatschalen des Jahres gehören den Kaltkeimern. Wer jetzt sät, sollte die Schalen jedoch zunächst für 2 bis drei Wochen ins warme Zimmer stellen und ausreichend feucht halten, damit die Samen quellen. Dann geht’s raus in die Kälte. Die Spezialisten brauchen mehrere Wochen lang Temperaturen von -4 bis +4 °C, um in Keimstimmung zu kommen. Der Platz sollte windgeschützt sein, darf aber ruhig der Witterung ausgesetzt sein. Den Wechsel von Frost und schmelzendem Schnee finden die Spezialisten besonders reizend. Eine feinmaschige Gitterabdeckung sorgt dafür, dass winterhungrige Mäuse oder Vögel nicht an die Saat kommen. Sobald sich die ersten Keimblätter zeigen, holt man die Sämlinge an einen hellen, frostfreien Platz, zum Beispiel ins Frühbeet. Zu den Kaltkeimern gehören Küchenschelle, Adonisröschen, viele Astern, Christrose, Eisenhut, Frauenmantel, Phlox-Arten, Primeln, Steinbrech, Tränedendes Herz, Trollblume, Veilchen oder Zierlauch.

Der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica) wird auch Architektentrost genannt, weil er in rekordverdächtiger Geschwindigkeit ganze Fassaden zugrünen kann. Unter der unbändigen Wuchskraft leiden aber häufig Regenrohre, Mauerwerk, Dachziegel oder Nachbarpflanzen. Jetzt, wo das Blattwerk Pause hat, ist ein guter Zeitpunkt für den Schnitt. Langen Sie dabei ruhig kräftig hin, der Knöterich nimmt keinen Schnitt übel. Da die Pflanze dazu neigt, von unter her zu verkahlen und viel Totholz zu bilden, ist eine alljährliche Verjüngungskur zu empfehlen. Dabei können Sie den Kletterer auch auf etwa 50 cm zurückstutzen. Im kommenden Jahr wird er wieder mehrere Meter machen!

Die Mahonien-Kreuzung ’Winter Sun’ (Mahonia x media) ist ein Lichtblick in trüben Winterwochen. Ihre leuchtend goldgelben Blütentrauben öffnen sich oft schon im Dezember und halten – begleitet von einem warmen Honigduft – bis in den Frühling durch. Verstehen Sie den Sortennamen aber nicht als Standorthinweis! Der immergrüne Strauch fühlt sich nur an (halb-)schattigen Plätzen wohl – gerade im Winter. Verstecken muss er sich dort aber nicht. Mit Blüte, Duft, Beerenschmuck und attraktiver Herbstfärbung liefert ’Winter Sun’ eine Reihe Argumente, die für die Verwendung als Solitärpflanze sprechen.

  • Immergrüne Pflanzen dürsten auch im Winter. Giessen Sie gelegentlich an frostfreien Tagen.

  • Kontrollieren sie im Herbst gepflanzte Stauden. Hochgefrorene Pflanzen sind in den Boden zu drücken und mit einem leichten Winterschutz zu versehen.

  • Vorsicht Bruchgefahr! Befreien Sie Immergrüne Gehölze von schwerer Schneelast.

  • Überprüfen Sie Stützpfähle und Stricke an jungen Bäumen sowie Spalierdrähte und –Latten. Im Winter lassen sie sich gut auswechseln.

  • Sommergrüne Ziersträucher lassen sich noch bis zum Austrieb durch Steckhölzer vermehren. Stecken Sie 20-30 cm lange Triebstücke an einem geschützten Platz in lockere Erde.

  • Noch können Kaltkeimer wie Eisenhut, Tränendes Herz, Trollblumen oder Glockenblumen gesät werden. Bringen Sie die Aussaatgefäße für einige Wochen an einen geschützten Platz im Garten.

  • Achten Sie darauf, dass der Gartenteich nicht vollständig zufriert, damit Faulgase entweichen können. Es reicht aus, ein Bündel Schilf o.ä. ins Wasser zu stellen.

  • Verstopfte Kunststoff-Regenrohre können reißen, wenn sich darin gefrierendes Wasser staut. Prüfen Sie die Rohre vor einem Kälteeinbruch und reinigen Sie sie gegebenenfalls.

  • Streuen Sie bei Rutschgefahr groben Sand oder Split! Salz oder Kaminasche schaden Pflanzen und Tieren.

  • Jetzt ist Zeit, um Schnittwerkzeuge von Gartenschere bis Rasenmäher zu schärfen und zu ölen, Arbeitsgeräte vom Rost zu befreien, gebrochene Stiele zu ersetzen, Gefäße zu reinigen, …

Pflanzen und Fische, die im Gartenteich überwintern, brauchen laufend Sauerstoff – auch im Winter. Im Naturteich sorgen aufrechte Halme von Wassergräsern und anderen Uferstauden dafür, dass die Wasseroberfläche nicht vollkommen zufriert. Faulgase können entweichen und Sauerstoff gelangt in die Tiefe. Andernfalls bedient man sich anderer Hilfsmittel: ein Bündel Schilfrohre oder Staudenhalme, die man ins Wasser stellt, ein Strohballen oder ein Styroporblock.
Beachten Sie, dass das Wasser bis in eine Tiefe von 60-80 cm gefriert! Fische und nicht winterharte Seerosen aus flacheren Gewässern müssen über den Winter in ein geschütztes Behältnis umziehen.