Präparate zur Pflanzenstärkung selbst hergestellt

Publiziert in Pflanzenschutz

Die Heilwirkungen mancher Pflanzen lassen sich auch zum Wohle unserer Gartenpflanzen einsetzen. Mit einfachen Rezepturen kann man entsprechende Hilfsmittel selbst herstellen.


  • Nährstoffe, Säuren, ätherische Öle und andere pflanzliche Inhaltsstoffe eignen sich zur Stärkung der Gartenpflanzen.
  • Bei der Herstellung unterscheidet man Jauche, Brühe, Tee und Kaltwasserauszug.
  • Man bringt die Präparate zumeist verdünnt auf Boden oder Pflanzen aus.

Nährstoffe und Abwehrkräfte von Pflanzen für Pflanzen

Im Privatgarten ist der Einsatz von Chemikalien gesetzlich eingeschränkt. Nicht nur deshalb ist es äußerst hilfreich, wenn man sich Pflanzenschutz-Präparate selbst herstellen kann. Mit Pflanzen aus Garten und Landschaft kommt man zu wertvollen natürlichen und kostenlosen Hilfsmitteln.

Wie stellt man Pflanzenpräparate selbst her?

In aller Regel werden 1 Kilogramm Frischmasse bzw. 150 Gramm Trockenmasse der jeweiligen Pflanze in 10 Litern Wasser gelöst. Bei sehr gehaltvollen Kräutern genügen auch kleinere Mengen.

Zur Herstellung einer Jauche werden die Pflanzenteile in einem nicht-metallischen Behälter in Regenwasser eingeweicht. Es empfiehlt sich, den Behälter abzudecken – aber nicht luftdicht. Nach wenigen Tagen setzt die Gärung ein, die sich durch Schaumbildung und unangenehme Gerüche bemerkbar macht. Bei höheren Temperaturen und häufigem Umrühren lässt sich der Prozess beschleunigen. Entsprechend ist er je nach Umständen nach ein bis vier Wochen abgeschlossen.

Bei einer Brühe lässt man die Pflanzenteile lediglich 24 Stunden in Wasser einweichen, um sie dann bei kleiner Hitze 20 bis 30 Minuten lang in einem großen Topf aufzukochen und schließlich abzusieben.

Auch beim Kaltwasserauszug stehen die Pflanzenteile zunächst 24 Stunden in kaltem Wasser. Dann werden sie noch vor dem Einsetzen der Gärung ausgepresst und abgesiebt.

Zur Herstellung von Tee übergießt man das zerkleinerte Kraut mit kochendem Wasser und lässt das Ganze etwa 15 Minuten zugedeckt ziehen.

Abwehrstärkende Pflanzenpräparate – Übersicht

Pflanze Zubereitung Frischmasse pro Liter Verdünnung Wirkung
Ackerschachtelhalm Brühe ca. 150 g 1:5 bis 1:10 Stärkend, beugt schwäch
Brennnessel Jauche 100 g 1:10 bis 1:20 kräftigend
Beinwell / Comfrey Jauche 100 g 1:20 gesundheitsstärkend
Kamillenblüten Kaltwasserauszug
Tee
50 g
10-20 g
1:5
unverdünnt
Fördert die Abwehrkräfte
zur Samenbeize
Knoblauch Tee 10 g 1:10 Vorbeugend gegen Pilzkrankheiten
Meerrettichblätter Brühe 50 g unverdünnt Vorbeugend gegen Obstfäule
Tomaten Kaltwasserauszug oder Brühe 50-100 g 1:10 Für Kohl und Tomaten förderlich
Zwiebelschalen Tee 10 g unverdünnt Vorbeugend gegen Pilzkrankheiten

 

Welche Pflanzen eignen sich als Ausgangsmaterial?

Ackerschachtelhalm zeichnet sich vor allem durch seinen hohen Kieselsäuregehalt aus. Man schneidet im Sommer die grünen Triebe bis zum Boden ab.
Die Brennnessel wächst oft genug im Garten. Laub und Triebe sich reich an Nährstoffen und Säuren. Am besten erntet man sie vor der Blüte.
Der Beinwell ist ein Bewohner feuchter Wiesen mit wertvollen Inhaltsstoffen. Blätter und Stiele lassen sich mehrmal beernten.
Kamille, Meerrettich, Knoblauch und Zwiebeln bringen bekannte Heilkräfte auch im Garten zur Wirkung. Tomatenbläter sind ein Sonderfall: Sie sind für Kohl – und Tomaten förderlich!

infoiconNicht nur pflanzliche Ausgangsprodukte eignen sich für selbst hergestellte Pflanzenstärkungsmittel. Zum Beispiel kann auch frische, unpasteurisierte Magermilch oder Molke verwendet weden. Wenn man diese 1:1 mit Wasser mischt, erhält man ein Präparat, das zur Stärkung der Abwehrkräfte gegen Pilzkrankheiten über Tomaten versprüht wird. Die Spritzungen sollten schon im Jugendstadium einsetzen und mehrmals wiederholt werden. Eine aus verdünntem Lehm gerührte Brühe hat sich vor allem bei Obstgehölzen als gesundheitsförderlich erwiesen. Sie kann mit Pflanzenpräparaten vermischt werden und verbessert nicht zuletzt die Haftung an den behandelten Pflanzenteilen.

Wann und wie bringt man Präparate aus?

Jauche sollte je nach Einsatz im Verhältnis 1 zu 5 bis 1 zu 20 verdünnt werden. Auch Brühe und Tee verdünnt man nach dem Abkühlen meist in diesem Verhältnis. In Einzelfällen kann man sie auch unverdünnt anwenden, ebenso wie gelegentlich beim Kaltwasserauszug.

Bevorzugt werden diese Präparate bei bewölkter Witterung ausgebracht. Ausnahme: Für Schachtelhalm-Brühe ist ein sonniger Vormittag gerade gut genug. Man verteilt sie ebenso wie Kamillentee über oberirdische Triebe und Boden. Knoblauch- und Zwiebelschalen-Tee, Meerrettichbrühe und Tomatenauszug versprüht man ausschließlich direkt auf die Pflanzen. Die übrigen Mittel werden gleichmäßig im Wurzelbereich der zu fördernden Pflanzen vergossen. Das Kamille-Präparat lässt sich auch zur Vorbehandlung von Samen einsetzen.